Ein Altar auf dem Feld – Ort einer zukünftigen Kapelle

Im hessischen Langenseifen ist der Bau einer evangelischen Kapelle geplant. Das Grundstück hierfür wurde von einem Kirchengemeindemitglied gespendet. Es liegt innerhalb einer Ackerfläche oberhalb des Dorfes. Es wurde die Idee für ein ungewöhnliches Kunstprojekt geboren: Zuerst soll hier ein Altar auf dem Feld stehen und so den zukünftigen Ort des Kapellenbaus bestimmen.
Der Bildhauer Holger Walter wurde im Jahre 2004 beauftragt eine autonome Steinskulptur für diesen Ort zu entwickeln. Er entwarf eine Skulptur aus einer 3.92 Meter hohen natürlich gewachsenen Basaltlava Säule. Minimal bearbeitet wurde die 6,2 Tonnen schwere Skulptur im September 2005 auf dem Feld aufgestellt. Die Holz- Architektur der Kapelle orientiert sich an der Skulptur, an deren Lage, Höhe und Aufstellungsort. In der Kapelle der Architektin Barbara Schmid wird die Skulptur durch ein kreisrundes Loch frei den Fußboden durchdringen und 102 cm hoch im Kapellenraum erscheinen. Der untere Teil der Skulptur wird in einem begehbaren Raum erfahrbar. Altarskulptur und Kapelle sind in Form und Material Ausdruck archaischen Ursprungs.
„... Gegen den Geist einer säkularen Zeit wagt die Gemeinde einen neuen Beginn. Die Basaltstele von Holger Walter ist dafür das passende Symbol – archaisch und doch zeitgemäß.“

(aus dem Katalogbuch: „Raum und Religion - Europäische Positionen im Sakralbau“ ORTE und Marcus Nitschke; Verlag Anton Pustet Salzburg-München 2005)

Im Mai 2010 wurde mit dem Bau der Kapelle begonnen.

Beteiligte am Kunstprojekt und Kapellenbau:
Ev. Kirchengemeinde Bärstadt, Pfarrer Eberhard Geisler.
Herr Ernst, Stifter des Grundstückes
Ulrike Kaletsch, Mitglied des Kirchenvorstandes
Barbara Schmid, Architektin im Baureferat der Ev. Kirche in Hessen und Nassau.
Holger Walter, Bildhauer / Karlsruhe.
Pfarrer Martin Benn, ehem. Kunstbeauftragter der EKHN, Zentrum Verkündigung Frankfurt.
Tragwerksplaner Ulrich Grimminger, VHT Darmstadt
Montage der Skulptur: Hans- Michael Franke/Matthias Muth

Detail der Außenfassade am 17.Januar 2011